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Bekannte Theorien des Wissensmanagements


In den letzten 20 Jahren entstanden unzählige Modelle, Methoden
und Werkzeuge des Wissensmanagements. Die wichtigsten Theorien will ich Ihnen daher nicht vorenthalten:


Die Wissenstreppe

Die erste Version der Wissenstreppe von Klaus North stammt aus dem Jahr 1998. Im Laufe der Jahre hat er sie jedoch zu der heute gültigen Version aus dem Jahr 2015 weiterentwickelt.*
Auf der untersten Stufe der Treppe stehen die Zeichen, die mithilfe der Syntax sinnvoll zu Daten kombiniert werden. Erst wenn die Daten eine Bedeutung erlangen, wird daraus Information. Auf der Basis von Informationen entsteht durch deren Vernetzung Wissen. Wissen ist also, wenn Menschen mit Informationen arbeiten, diese bewerten, vergleichen und verknüpfen. Das Wissen wird durch die Anwendung in der Praxis zu Handlungen. Die Fähigkeit, Wissen richtig anzuwenden und situativ richtig zu handeln, wird als Kompetenz definiert. Die Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen und die Einzigartigkeit wirken sich auf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bzw. der Organisation aus. Die ersten drei Stufen beziehen sich auf das Informationsmanagement. Erst ab der vierten Stufe spricht man von Wissens- bzw. Kompetenzmanagement.

*: North, Klaus: Wissensorientierte Unternehmensführung. 6. Auflage, Wiesbaden: Springer Gabler Verlag 2016. S. 35


Die Bausteine des Wissensmanagements

Eines der am meisten verbreiteten und zitierten Modelle des Wissensmanagements sind die »Bausteine des Wissensmanagements« nach Gilbert Probst, Steffen Raub und Kai Romhardt aus dem Jahr 1997. Die ursprünglichen sechs Bausteine werden als die »Kernprozesse des
Wissensmanagements« bezeichnet. Im Laufe der Zeit erweiterten Probst, Raub und Romhardt* ihr Modell auf insgesamt acht Bausteine. Hinzu kamen die zwei strategischen Bausteine Wissensbewertung und Wissensziele.

  • Die Wissensziele sollen in einem Unternehmen oder in einer Organisation eine eindeutige Strategie bzw. Richtung vorgeben. Es wird definiert, wo Bedarf herrscht, und festgelegt, in welchen Bereichen welche Kompetenzen zukünftig aufgebaut werden sollen. 
  • Die Wissensidentifikation soll einen Überblick über interne und externe Daten, Informationen und Fähigkeiten schaffen.
  • Beim Wissenserwerb geht es um den Zukauf von externem Know-how bzw. um die Akquise von kompetenten Mitarbeitern.
  • Bei der Wissensentwicklung geht es, im Gegensatz zum externen Wissenserwerb, um die interne Entwicklung von Kompetenzen und das interne Aneignen von Wissen.
  • Bei der Wissens(ver)teilung geht es um die Frage, wer was und in welchem Umfang wissen muss.
  • Die Wissensnutzung sieht den produktiven Einsatz des Unternehmenswissens im Betrieb vor.
  • Die Wissensbewahrung befasst sich mit dem Speichern und Aktualisieren von Wissen im Unternehmen.
  • Bei der Wissensbewertung steht die Erreichung der Wissensziele im Vordergrund. Das Ergebnis der Wissensbewertung fließt daher auch wieder in die Aktualisierung bzw. Definition der neuen Wissensziele ein.

 

Der Kreislauf wird üblicherweise ausgehend von den Wissenszielen abgearbeitet bzw. durchlaufen. Er endet jedoch nicht bei der Wissensbewertung, denn die Ergebnisse der Wissensbewertung fließen ständig wieder in die neue Definition der Wissensziele ein.

*: Probst, Gilbert; Raub, Steffen; Romhardt, Kai: Wissen managen: Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource Wissen optimal nutzen können. 7. Auflage, Wiesbaden: Springer Gabler Verlag 2012. S. 34f.


Das SECI-Modell

Nonaka und Takeuchi gelten als die Erfinder des SECI-Modells* aus dem Jahr 1995, bei dem die soziale Interaktion eine zentrale Rolle spielt. In der Phase der Sozialisation wird implizites Wissen ausgetauscht. Zumindest zwei Personen tauschen also ihre Erfahrungen z. B. in einem persönlichen Gespräch oder durch Beobachtung und Nachahmung aus. Das implizite Wissen des Senders wird zum impliziten Wissen des Empfängers. In der Phase der Externalisierung entsteht durch Kodifizierung bzw.
Dokumentation Wissen. Dabei wird das implizite Wissen dokumentiert bzw. erfasst und somit zu explizitem Wissen, das schließlich in einem unternehmensweiten, zentralen System zur Verfügung gestellt wird. Das implizite Wissen des Senders wird zu explizitem Wissen. In der Phase der Kombination wird durch das Zusammenfügen von bestehendem Wissen systemisches Wissen. Die Kombination findet vor allem dann statt, wenn sich mehrere Personen zu einem Thema austauschen und dabei neues Wissen generieren. Das bestehende explizite Wissen wird zu neuem expliziten Wissen kombiniert. In der Phase der Internalisierung wird Wissen wiederum individuell gelernt bzw. operationalisiert. Das explizite Wissen wird also wieder zu implizitem Wissen.

*: Nonaka, Ikujiro; Takeuchi, Hirotaka: Die Organisation des Wissens − Wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressouce nutzbar machen. 2. Auflage, Frankfurt am Main: Campus Verlag 2012. S.79