Was ist Wissen?

Viele Menschen haben sich schon mit dem Begriff »Wissen« auseinandergesetzt und sind dabei zu bemerkenswerten, aber eben unterschiedlichen Ergebnissen gelangt. Daher gibt es in den einzelnen Fachrichtungen verschiedene Definitionen von Wissen. Ich will den Fokus nicht zu sehr auf die Abgrenzung des Begriffs Wissen richten, Ihnen jedoch einige wichtige Definitionen nicht vorenthalten.

Wissen allgemein

Zu Beginn eine ganz einfache, allgemeine Definition des Begriffs Wissen: Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Wissen als:

Zitat_Gabler

Wissen basiert also auf Daten und Informationen. Während Wissen immer an einen individuellen Träger gebunden, also personenabhängig ist, können Daten und Informationen auch personenunabhängig existieren.

Ein Blick auf die »Wissenstreppe« von Klaus North (3) zeigt den Zusammenhang von Zeichen, Daten, Informationen und Wissen:

Auszug aus der Wissenstreppe nach North
Auszug aus der Wissenstreppe nach North

Auf der untersten Stufe der Treppe stehen die Zeichen, die mithilfe der Syntax sinnvoll zu Daten kombiniert werden. Erst wenn die Daten eine Bedeutung erhalten, wird daraus Information. Auf der Basis von Informationen entsteht durch deren Vernetzung schließlich Wissen. Wissen ist also, wenn Menschen mit Informationen arbeiten, diese bewerten, vergleichen und vernetzen.

Im »Europäischen Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement«, der im Rahmen des CEN / ISSS Knowledge Management Workshops im Frühjahr 2004 entstanden ist, wird Wissen sehr
treffend definiert:

Zitat_CEN_ISSS

Auch Beat Knechtli erachtet Wissen als wichtige Grundlage für Entscheidungen und Handlungen. Er zeigt mit seiner Aussage den Wert von Wissen für Unternehmen auf:

Zitat_Beat_Knechtli

Implizites und explizites Wissen

Die Unterscheidung von implizitem und explizitem Wissen ist unmittelbar mit der Definition von Wissen verbunden. Die gängigste Definition wurde 1966 von Michael Polanyi eingeführt.

Implizites Wissen ist unbewusst verfügbar. Es befindet sich in den Köpfen der Wissensträger und ist deshalb schwer zugänglich. Implizites Wissen ist mit den persönlichen Erfahrungen, dem Verhalten und den Wertvorstellungen des Trägers verbunden. Durch das Aussprechen und Erfassen von Wissen kann ein Teil des impliziten Wissens explizit gemacht werden. Ein großer Teil des unbewussten, impliziten Wissens lässt sich jedoch nicht verbalisieren und kodifizieren.

2 Springer Gabler Verlag (o. J.)

3 Vgl. North 2016, S. 35

4 CEN/ISSS 2004, S. 10

5 Knechtli 2014